Im 15. Auf Kleidung, Schmuck oder Frisur bezogene Schönheitsvorstellungen werden als Mode bezeichnet. In der Mitte des 17. Menschen, die nicht dem jeweils vorherrschenden Schönheitsideal entsprechen, erleiden häufig Nachteile in Form von Diskriminierungen, die auch von anderen Faktoren wie etwa dem Geschlecht abhängen. Zunächst wirkt es so, als ob Schönheitsideale verschiedener Zeiten und Kulturen grenzenlos wandelbar und vor allem unterschiedlichen Moden unterworfen wären. Diese Proportionen entsprechen dem durchschnittlichen Gesicht, welches zudem, ähnlich wie Symmetrie, Gesundheit signalisiert.[3]. Weibliche Schönheitsideale haben sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert. Hatte bisher Vollkommenheit eine große Rolle gespielt, kamen nun körperliche Präsenz und sinnliche Ausstrahlung stärker zum Tragen. Porträt von Peter Lely, 1660er Jahre. Von dem Frauenschwarm der 1920er Jahre Rudolph Valentino, über Männer wie Nils Asther, Cary Grant, Gregory Peck, Laurence Olivier, Errol Flynn, Robert Taylor, Rock Hudson, Omar Sharif, Marcello Mastroianni, Pierce Brosnan, Richard Chamberlain bis hin zu George Clooney dominierte bei allen individuellen Unterschieden und trotz unterschiedlichster Herkunft der 'klassische' dunkelhaarige Elegant. Diese Tendenz wurde Anfang der 2000er durch die immense Popularität von den 'Latino'-Schönheiten Jennifer Lopez – die mit bauch- und (z. T.) hüftfreien Outfits auch die Mode beeinflusste –, sowie Salma Hayek und der Spanierin Penélope Cruz fortgesetzt. Jenny Latz konnte es lange nicht. So ist z. Gerhard Hoyer: Die Schönheitengalerie König Ludwigs I., Schnell und Steiner, 7. Auch die österreichische Kaiserin „Sissi“ betrieb einen wahren Schönheitskult, der viele Stunden am Tag beanspruchte, und sowohl rigide Diäten (z. T. mit Ochsenblut) als auch exzessiven Sport beinhaltete, der besonders für eine Frau ihrer Zeit vollkommen ungewöhnlich war. Daneben war aber nach wie vor langes Haar modern, das man zu griechisch anmutenden Frisuren und Knoten hochsteckte. Jahrhundert eine Tendenz abgezeichnet, dass die Mode weniger enge Grenzen setzt, als dies in den Jahrhunderten zuvor der Fall war. Warum gibt es das? heißt, die Schönheit ist schief. Eine moderne ethnographische Studie ergab, dass in knapp der Hälfte der untersuchten 62 Kulturen dicke Frauen als attraktiv gelten, bei einem Drittel werden mittlere Gewichtsklassen und nur bei 20 % dünne Figuren bevorzugt. Ab mindestens 1660 – also ab dem Hochbarock – begann man außerdem in der eleganten französischen Mode unter Ludwig XIV., sehr schmale Taillen zu bevorzugen, die mit allzu großer Leibesfülle in der Realität nicht zu vereinbaren waren; die Silhouette war nun sogar insgesamt ziemlich schlank und hoch, auch der Rock zwar in den Hüften etwas gebauscht, aber insgesamt nicht besonders weit. Wenn wir aber genauer hinsehen, stellen wir fest, dass es in jeder Gesellschaft bestimmte Schönheitsideale gibt. Jahrhunderts wird also für fast drei Jahrhunderte – mit der Ausnahme einiger Jahrzehnte nach der französischen Revolution und zu Beginn des 19. Frauen dagegen haben hellere, gelbliche Haut. Auf Instagram und Co. wollen einem Influencer und selbsternannte Stars sagen, was schön ist. Jahrhundert setzte ein gewisses Interesse am Orient und an fremden Kulturen ein. Soll heißen: Menschen, die schön sind, haben durch ihr Aussehen Vorteile – nicht nur beim Flirten, auch im Job oder in der Supermarkt-Schlange. Auf Kleidung, Schmuck oder Frisur bezogene Schönheitsvorstellungen werden als Mode bezeichnet. trugen sehr oft Uniformen, die auch in der Taille leicht geschnürt waren. Für die Diskriminierung aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes wird in jüngster Zeit der Begriff Lookism benutzt. Damals färbten sich auch Frauen in Berlin-Wedding das Haar weißblond oder zupften sich die Augenbrauen streichholzdünn, um ihrem Ideal von weiblicher Schönheit, Marlene Dietrich, näherzukommen. Sie erkannte irgendwann, dass "eine Frau aus mehr Komponenten besteht als nur aus Haaren, z.B. Die Medien 3.1. und der Madame de Montespan), um 1691. In einer möglichen Interpretation lohnt es sich, einen Blick auf die Wirtschaft Japans zu werfen. Perücken und selbst das Korsett kamen aus der Mode, die Taille rutschte nach oben, die Kleider wurden schmal. Auflage 2011, S. 34. Universell geltende Schönheitsideale zu finden, erweist sich als schwierig. Die Folgen dieser Einflüsse 5.1. Schönheitsideale: Lasst doch mal ... warum können nicht beide alles haben? 1630. Zu diesem Schönheits-Typus gehörte vor allem auch die Schauspielerin Audrey Hepburn, die jedoch gleichzeitig einen Sonderfall darstellte, weil sie von Natur aus überschlank, ja beinahe 'mager', war, nur einen kleinen Busen besaß und knochige Schultern hatte. Die Aphrodite von Knidos, zwischen 350 und 340 v. Chr. Von da an war das glattrasierte Gesicht für den Mann über 100 Jahre lang Pflicht. Männer hatten vorwiegend kurzes Haar, dafür kamen ab den 1830er Jahren nach mehreren Jahrhunderten Pause auch wieder Vollbärte auf -[70] zum Teil in beachtlicher Größe und Länge. Schluss damit! 1440, Mode der ausrasierten hohen Stirn im 15. Barbara Villiers war die berühmteste Maitresse Charles II. Es ist allerdings durchaus möglich, dass die Figuren den biologischen Zusammenhang zwischen Körperfett und weiblicher Fruchtbarkeit illustrieren, denn starkes Untergewicht geht zumeist mit Unfruchtbarkeit einher.[10]. Jahrhundert durch breite Hüte und zierliche Sonnenschirme vor Sonnenschäden geschützt. Für eine Frau im sonnenreichen Asien gibt es nichts Schlimmeres als ihren hellen Teint zu verlieren. [19], Untersuchungen von Mumien lassen vermuten, dass die künstlerischen Darstellungen nicht zwingend mit der Realität übereinstimmten: Könige wie Amenhotep III. Gilette Ziegler: Gerhard Hoyer: Die Schönheitengalerie König Ludwigs I., Schnell und Steiner, 7. ... Warum gibt es hier kein Video Chat zur Identifikation der Person. Dynastie. "Ich fühlte mich wie außen vor, weil ich das wichtigste Attribut einer Frau – Haare - nicht mehr vorweisen konnte.". 1850 und 1980. Jahrhundert weiße Haut modern, und wurde zum Teil mithilfe von Schminke – insbesondere dem lange bekannten und nicht ungefährlichen Bleiweiß – und Puder noch betont. Bei Frauen kam zum ersten Mal überhaupt in historisch dokumentierten Zeiten (und in Europa) eine (relative) Kurzhaarfrisur auf, wenn möglich mit Locken. Ungepflegtes glattes Haar galt in Griechenland als Zeichen der Trauer. Jahrhundert wurden die Perücken weiß gepudert, sie wurden jedoch nach dem Tode Ludwigs XIV. Beispielsweise schwankt die jeweils als ideal angesehene Körperfülle (bzw. Dynastie, zwischen 1325 und 1310 vor Chr. [34][35], Verlobungsszene mit festlich gekleideten Aristokraten und Damen in typisch stilisierter gotischer Haltung, um 1400, Detail aus dem „April“-Bild in den Très Riches Heures du Duc de Berry (f.4), Weibliche Schönheit im Mittelalter: Der Liebeszauber, Gemälde des Meisters vom Niederrhein, 1470–1480, Rogier van der Weyden: Dame mit Flügelhaube, ca. / 2. Über die Hälfte der interkulturellen Unterschiede im Körperideal lassen sich allerdings durch definierbare Umwelteinflüsse nicht erklären und sind offenbar schlichtweg eine Frage der Mode.[9]. beschäftigt haben. Einige der frühesten Darstellungen von Menschen sind die Frauenstatuetten des Jungpaläolithikums, die während der Späteiszeit über das gesamte damals eisfreie Europa verbreitet waren. Jahrhunderts üblich, dass man sich stark schminkte und Schönheitpflästerchen (Mouches) auflegte: Es soll vorgekommen sein, dass Frauen für einen Ball soviel Schminke, Puder und Rouge auflegten, dass ihr eigener Mann sie nicht erkannte. Im Gegensatz zu den Damen wurde die Herrenmode schon nach der Revolution praktischer, einfacher, die Farben dunkler – ein Einfluss des Bürgertums, das sich auch vor der Revolution schon weniger farbenfreudig als der Adel präsentiert hatte: „Der Mann schien auf das Recht auf Schönheit verzichtet zu haben und vor allem die Zweckmäßigkeit zu suchen.“[67] Waren in Romantik und Biedermeier bis etwa 1830 zumindest noch bunte Farbtupfer wie bestickte Westen üblich[68] und auch raffiniert gewelltes oder gelocktes Haar, trugen Männer schon ab ca. nach wie vor ein schlanker und wohlgeformter Leib, der jedoch nicht mager sein sollte, mit 'wohlgeformten' Schultern und Busen, und nach wie vor weiße Haut. Jahrhunderts orientierten, und auch Korsett und Reifrock (diesmal als Krinoline) – also die übersteigert weibliche Sanduhr-Figur – kamen in etwas anderer Form wieder in Mode. Fettleibigkeit hatte jedoch keinen negativen Beiklang, sie galt im Gegenteil als Zeichen von Wohlstand. Schon seit dem Beginn des Jahrhunderts begann sich – zunächst noch fast unterschwellig – mit der Jugendbewegung das Ideal eines schlanken, jugendlichen, durch Sport geformten Körpers auszubreiten. 1502–1507. Und doch erklären sie oft nur unzureichend, was wir als schön empfinden. [62] Auch folgte die Auswahl keineswegs einem völlig einseitigen Ideal, sondern umfasste ganz unterschiedliche Typen von Frauen, sowohl blauäugige Blondinen als auch dunkeläugige Brünette, und selbst die rothaarige Wilhelmine Sulzer;[63] und es waren auch Ausländerinnen aus England, Italien, Griechenland und Irland darunter, und auch eine Dame von jüdischer Abstammung (Nanette Kaulla). Jahrhundert orientierte man sich stark an der griechischen und römischen Antike, der man allerdings in der Welt der Kunst auch vorher schon folgte. [38] Da die Haut gleichzeitig schneeweiß sein soll, wurde das Haar während solcher Sonnenbäder über einen breitkrempigen Hut verteilt, um Gesicht und Dekolleté sorgsam vor Verbrennungen und Bräunungen zu schützen. Auflage 2011, S. 62f, 70–73, 80f, 86f, 96f, 110f, 116f. Im Gegensatz zu den Frauen und zu anderen Epochen (Gotik/Frührenaissance, 19. In der zweiten Hälfte des 20. Wenzel Hollar: Englische Dame im Winter-Habit mit Muff und Maske, um 1630. Besser: sich darauf verlassen, dass Ausstrahlung und Wesen optische Makel mehr als wettmachen. [14], Körperpflege mit duftenden Kosmetika und Körpergestaltung durch Schminke und Haarentfernung spielten in der altägyptischen Kultur eine große Rolle. Warum gibt es eine Schönheitsideale für Menschen? Was bringt das überhaupt? Copyright © 1999-2020 jsdchtml3('- aº erhth"=fpt¦¦:sretnuhen.nemogmef.niniedfog¦ime¹"niniWbü rnu re¦ºs- ¹aº h a"=fera¦ohtua¦rtuallohth.rU¹"lmesnR erdetka¦ºnoi¹aº - h a"=ferth:spttnu¦¦nreemhe.nfoginime.ni¦edrpmmusse"¦pmI¹usser¦ºm- ¹aº h a"=ferth:sptu¦¦nretnhe.nemmefoginied.na¦¦bgtuN¹"uzbsgnidegnugnne¹a¦ºaº - rh "=fethsptnu¦¦:ethenrnemefog.im.nin¹"¦edtnUenremhºne- ¹a¦º rh a=feptth":snu¦¦enretemhog.nefnimed.nio¦neffs-eellet¦noJ¹"a¦ºsb- ¹ aº rh=feptth":snu¦¦retemhen.nefogninimed.orp¦udttkf-tseeunu-rretemhen¦nrP¹"tkudoset¦ºst¹a - rh aºfeth"=sptnu¦¦:ethenrg.nemefoinim.n¦edebrewokpezn¦etreW¹"eblgömekhcietia¦ºn ¹º -erh a=ftth":sptnu¦¦remhenog.nemefninid.i¦eserpmus¹"¦mnoKºtkata¦ - ¹rh aº=fevaj"sairchs:tpwoPpmCfercnereseupoP¹")(pooC-eikiEtsnnulleega¦ºn- ¹h aº erh"=f:spttw¦¦g.wwfoimed.nin¦eflihc¦eeikoor-thci-enilrufeid-d-neid-etsretnu-nrenemhed-a-reimefuninurg-pps-e4568227mth.¹"likooC-ehciRinilt¦ºe- ¹aº h a"=ferth:sptw¦¦og.wwefinim¦ed.nlihd¦eftasneztuhcreralkgnu-red-uaimefg-ninpurs-ep82456th.12lmaD¹"nettuhcsezälkrºgnur¹a¦', 'af_jsencrypt_3'), Gemein, aber wahr: Wer schön ist, lebt leichter, Das Schönheitsideal: Wunschtraum trifft auf Realität. Die Sonnenbräune galt (und gilt) also nicht nur als schön, sondern sehr oft auch als sichtbarer Beweis, dass man sich einen Urlaub leisten kann. [28] Junge unverheiratete Frauen trugen ihr Haar gewellt, geflochten oder hochgesteckt. Jahrhunderts aufgekommene Schlankheitsideal, wie es mithilfe von großen überschlanken Mannequins und Models propagiert wird, die nicht selten Untergewicht haben und sich oft künstlich bis auf Größe 34 oder 36 herunterhungern müssen, hat im historischen und interkulturellen Vergleich Seltenheitswert. Joshua Reynolds: Augustus Keppel, 1749. Seit den 1950er Jahren wurde mit 'wasserstoffblonden' Leinwandidolen wie Marilyn Monroe, Brigitte Bardot, Grace Kelly u. a. blond gefärbtes Haar modern. Sogenannter „Apollo Richelieu“, römische Kopie eines griechischen Originals (? Perfekter Wuchs und Haltung wurden auch bei Männern durch eine leicht geschnürte Taille unterstrichen. An männlichen Idealfiguren gab es verschiedene Typen: einerseits den jugendlichen Athleten, wie er im Extrem von Herkules oder auch vom Kriegsgott Ares/Mars verkörpert wird; aber auch etwas ätherische, feine Typen, wie man sie in Bildnissen des Apollon oder des jugendlichen Ganymed darstellte. Tja, so ist das mit dem Schönheitsideal: Die Messlatte muss hoch hängen, sonst ist das Erreichte nicht attraktiv, sondern einfach nur Standard. in flüssiger Form (aurum potabile) zu bewahren. [64] Wichtig war dem König allerdings, dass die abgebildeten Damen einen „untadeligen Lebenswandel“ pflegten,[65] Schönheit war für ihn untrennbar mit Tugend verbunden, und er nannte beispielsweise die zuerst gemalte Auguste Strobl: „die Schönste, die Tugendhafteste, die je geboren“.[66].